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Teil 4 | Arrangement

Das Arrangement:

Das Arrangement und die entsprechende Instrumentierung sind wichtige Voraussetzun­gen für einen transparenten Sound. Leider verwenden die meisten Bands dafür zu wenig Zeit. Ein Problem ist oft die mangelnde Absprache wah­rend der Proben. Obwohl Gitarrist(en), Keyboarder und Bassist im Vorfeld gemeinsam arrangie­ren sollten, spielt jeder für sich. Sie hören weder im Proberaum noch während des Gigs, was die anderen machen. Die Sounds sind nicht aufeinander abgestimmt, der Gitarrist spielt in der gleichen Lage wie der Keyboarder, vielleicht sogar noch die gleiche Akkordumkehrung. Matschige Zerrgitarren mischen sich mit fetten Layer- und Pad-Akkorden der Keyboards, die sich in einem Frequenzspektrum bewegen, das alles abdeckt, was vor allem im Tieftonbereich mit dem Bassisten in ein reines Duell der Frequenzen ausufert und keinen Platz für die anderen Instrumente bietet. Auf der Strecke bleibt schließlich wie immer das schwächste Glied der Kette, die Gesangsstimme samt Text, um den sich eigentlich alles drehen sollte.

 

Stellt man sich heute als Band auf eine Bühne, so erwartet nicht nur das Publikum einen transparenten Sound. Auch als Musiker möchte man sich und seine Mitstreiter differenziert hören können. Beides ist jedoch nur möglich, wenn sowohl Musiker, wie auch Tontechniker als Team zusam­menarbeiten und ihre Hausaufgaben gemacht haben.

Transparenter Sound entsteht durch eine Vielzahl von positiv zusammenwirkenden Faktoren, das Arrangement der Songs, die Band, der Raum, das Equipment, der Tontechni­ker und nicht zuletzt die zur Verfügung stehende Zeit. Vielfach wird allein der Tontechniker für undifferenzierten oder zu lauten Sound ver­antwortlich gemacht. Dass hierbei jedoch auch die Band und jeder einzelne Musiker selbst einen großen Anteil daran haben, wird oft vergessen. Doch wie kann ich als Gitarrist, Schlagzeuger, Keyboarder, Bassist oder Sänger überhaupt zu einem transparenten Klangbild beitragen?

Natürlich muss als wichtige Grundvoraus­setzung dein Instrument technisch absolut in Ordnung sein. Nur wenn du die Eigen­schaften deines Instrumentes genau kennst, kannst du beurteilen, ob damit etwas nicht stimmt. Als Gitarrist oder Bassist heißt das also, dass du neben dem korrek­ten Tuning deines Instrumentes auch deine Anlage bis ins Detail kennst und beherrschst und grundsätzlich dafür Sorge trägst, dass technisch alles in Ordnung ist.

Als Keyboarder solltest du wissen, in wel­chem Menü sich der Effektanteil regeln lässt, um auf Anweisungen des FOH-Technikers schnell und vor allem kom­petent reagieren zu können. Die Fähigkeit, Trommeln sauber stimmen zu können, ist für den Drum­mer von entscheidender Bedeu­tung, da sich ein verstimmtes Drumkit gerade in kleineren Räumen extrem negativ auf den Sound auswirken wird. Als Sänger ist neben deiner Stimme das Mikrofon dein Instrument, das du kennen musst.

Es ist wichtig, sich über die Frequenzen der Instrumente in der Band klar zu sein. Obwohl du vielleicht denkst, dass sich dein Instrument al­leine gut anhört, heißt das noch lange nicht, dass es sich auch im Zusammenhang mit den an­deren auch gut anhören wird. Man muss die Fre­quenzbereiche der anderen Instrumente respek­tieren und sich wenn möglich mittels Equalizer seine Frequenznischen suchen. Dies kann jedoch je nach Musikstück wiederum variieren. Fre­quenzmäßige Überlappungen lassen sich schon bei der Soundauswahl ver­meiden. Bei gitarrenlastiger Musik sind beispielsweise häufig Überlappungen im unteren Mittenbereich zwischen Gitarre und Bass eher problematisch.

Was im Studio funktioniert, muss nicht auch auf der Bühne funktionieren. Andere Räume er­fordern andere Einstellungen. Da sich insbeson­dere der Klang und die Länge des Nachhalls in verschiedenen Räumen stark unterscheiden, ist es notwendig, dass ich mein Instrument und meine Spielweise anpasse. Habe ich also einen Effekt programmiert, der sich zuhause prima anhört, kann dieser in der Livesituation richtig Probleme machen. Setzt man solche Effekte ein, so sollte man diese in Abspra­che mit dem Tontechniker anpassen und besser noch diese Effekte dem Mischer auf getrennten Kanälen anbieten, sodass er den Grad der Effekt Belegung variieren kann. Als Drummer kann man mit veränderter Stimmung und Dämpfung auf die Akustik des Raumes eingehen. Flexibilität ist also angesagt!

Knackiger, transparenter Sound ent­steht nicht zuletzt durch das präzise zeitliche Zusammenspiel aller Instru­mente. Ein Basston, der exakt auf die Bassdrum gespielt wird, erzeugt einen konkreten Druckimpuls, während kleine zeitliche Abweichungen zu einem ver­schwommenen, undeutlichen Sound füh­ren, vor allem wenn beide Sounds ähn­lich im Frequenzbild angelegt sind. Alle Musiker innerhalb der Band sollten des­halb in der Lage sein, sprichwörtlich ..auf den Punkt" zu spielen. Das klingt transparenter und bringt auch die Mädels richtig in Fahrt. Mit diesem Nebeneffekt können Musiker und Tontechniker in aller Regel gut leben.

Ursache für undurchsichtigen, schwammigen Sound ist sehr häufig die unkonstant dynamische Spielweise der Musiker. Der Tontechniker am Pull kann am besten arbeiten, wenn sich die Lautstarken der Sounds nicht gravierend unter­scheiden. Wichtig: Die Spieltechnik seines Ins­trumentes sicher beherrschen und z. B. als Drum­mer in der Lage sein, mit konstantem Anschlag spielen zu können und außerdem nicht hundert verschiedene Anschlagspunkte auf den Trommeln per Zufall zu suchen. Darüber hinaus muss der Keyboarder unterschiedlich laute Presetsounds unbedingt aufeinander abstimmen und auch die Anschlagsdynamik des Keyboards nicht überstra­pazieren, Gitarristen sollten die Lautstärken ihrer Rhythmus- und Leadsounds aufeinander abstim­men. Als Sänger muss ich wissen, wie sich verschiedene Mikrofonabstände auf Klang und Lautstärke seiner Stimme auswirken.

Das dynamische Zusammenspiel ist von ent­scheidender Bedeutung. Ich muss meine eigene Lautstärke auf die Lautstärken der anderen so gut wie möglich anpassen. Spielt also gerade ein Mitmusiker ein Solo, müssen die anderen Musiker ihre Lautstärken reduzieren, um Platz zu schaffen. Es gibt aber genauso auch Parts im Song, wo es zweckmäßig ist, dass alle gleichermaßen die Lautstärken erhöhen oder reduzieren. Ein gewis­ses Maß an Dynamik ist also im Sinne des Ar­rangements des Songs erwünscht. So, wie es ei­nen Bandgroove gibt, bei dem alle zusammen schneller oder langsamer werden. Ich muss lediglich sehr genau wissen, an welchen Stellen im Song ich Gas geben kann und an welchen nicht. Und wenn ich es weiß, sollte ich trotzdem die Kommunikation mit den Bandkollegen suchen. In der Musik gibt es keine fruchtbaren Alleingänge.

Der Bühnenaufbau der Instrumente mitsamt Mikrofonierung hat einen Einfluss auf die Transparenz des Sounds. Damit der Techniker später jedes Instrument für sich alleine gut regeln kann, ist es erforderlich, eine gute Kanaltrennung bei der Mikrofonabnahme zu erzielen. Steht der Sänger in unmittelbarer Nähe zum Schlagzeug, wird der Drummer mit dessen Mikrofon zusätzlich abgenommen, was zu einem verwaschenen, drucklosen Sound führt. Das Gesangsmikro kann wie die Mikrofone anderer leiserer Schallquellen als Quasi-Overhead-Mikro fungieren. E-Gitarre und Bass in der Nähe des Schlagzeugs zu positionieren ist dagegen relativ unproblematisch. Auch Bläser sollten sich nicht in Nähe von sehr leisen Instrumenten befinden.

Eine der Hauptursachen für matschigen Frontsound ist ein lauter Bühnensound. Da ich als FOH-Techniker ergänzend zum Schall, der von der Bühne kommt, arbeiten muss, beeinflusst der Bühnensound den FOH-Sound direkt mit. Auf ei­ner riesengroßen Openair-Bühne ist dieser Effekt natürlich eher marginal. Baue ich meinen Instrumentenverstärker genauso auf, wie ich es von meinen Idolen auf eben diesen großen Bühnen gewohnt bin, dann kann dies auch in mittelgroßen Clubs schon zum Problem werden. Eine 4-x-12er-Gitarrenbox auf dem Bühnenboden direkt nach vorne gerichtet, steht nämlich meist exakt auf Ohrhöhe des Publikums und funktioniert als zweck­entfremdete Nearfield-PA. Wichtig ist aber, das der Amp nur ein wesentlicher Teil der Monitorbeschallung und nicht der Saalbeschallung ist.

Hierzu ist es übrigens sinnvoll, den Amp auf die eigene Ohrhöhe zu positionieren und seitlich aufzustellen, damit auch andere Musiker auf der Bühne das Instrument hören können. Im Idealfall, ohne dass es noch zusätzlich auf Bühnenmonitore gegeben werden muss.

Aufgabe des Monitormixes über Bühnenmo­nitore ist es, den Schall gezielt nur dorthin zu transportieren, wo er wirklich gebraucht wird. Das Schlechteste was einem Monitormischer pas­sieren kann ist. wenn die Band ihm sagt, dass je­der einzelne Musiker alle Signale auf dem Moni­tor benötigt. Das passiert jedoch nur bei sehr un­erfahrenen Musikern. Profis geben dir meist sehr genaue Anweisungen, welche ausgewählten Ins­trumente sie benötigen und welche nicht. Jedes laute Instrument muss nicht noch zusätzlich auf die Monitore gegeben werden. Dies erhöht nur die Bühnenlautstärke und verschlechtert die Trans­parenz. Schafft man es in kleinen bis mittel­großen Clubs, die Instrumente durch sinnvolle Aufstellung der Instrumentenverstärker überall auf der Bühne zu hören, kann man die Bühnenmonitore hauptsächlich für die Verstärkung des Gesanges nutzen und erhält eine bessere Transparenz, als wenn hier auch noch Gitarre, Bass oder sogar Drums mit übertragen werden.

Der Riesenvorteil bei der Verwendung von In-Ear-Monitoring (IEM) ist, daß die Bühnen­lautstärke kontrollierbar bleibt und oben ge­nannte Probleme meist komplett wegfallen. Weitere Vorteile sind der vom Venue unabhängig gleich bleibende Sound und die Bewegungsfrei­heit auf der Bühne. Gehörschädigungen wird außerdem vorgebeugt, sofern sich der Musiker in­nerhalb vernünftiger Lautstärken bewegt und seinen Limiter aktiviert hat. Jeder Musiker be­kommt seinen individuellen Mix. Selbst der Effekteinsatz, der über konventionelle Monitorboxen zu matschigerem Sound führen würde, ist bei IEM kein Problem. Der leisere Bühnensound führt automatisch zu kontrollierbarerem, transparenterem FOH-Sound, außerdem fällt das Feedback­problem auf den Monitoren komplett weg. Ob diese Technik für den einzelnen Musiker eine Al­ternative ist, muss jeder für sich selbst entschei­den. Viele Musiker fühlen sich im Gegensatz zu Bühnenmonitoren zu isoliert oder vermissen den physischen Druck einer Box. Hier schafft zum Beispiel ein Bass- oder Drumshaker für die Rhyth­musfraktion Abhilfe. Hilfreich sind aber auch Ambience-Raummikrofone, weiche die Stimmung im Saal abnehmen und auf den Kopfhörer zugemischt werden. Neben diesen Körperschallwandlem helfen auch Lautsprecherboxen. Das käme auf kleinen Bühnen aber der Quadratur des Kreises gleich.

Ziel des FOH-Mannes ist es, eine möglichst gleichmäßige Schallverteilung an jedem Ort der zu beschallenden Fläche zu er­reichen. Man möchte so un­abhängig wie möglich von den akustischen Gegebenheiten des Raumes arbeiten. Hierzu ist es notwendig, die Beschallungsart an Veranstaltung und Raum anzupassen. Um eine bessere Textversländlichkeit beim Ge­sang zu erreichen, kann man nun die trockenen Vocals über eine eigens dafür reservierte Zentralbeschallung übertragen, die man über der Mitte der Bühne aufhängt. Die anderen Instrumente und die Effekte für den Gesang kann man wie ge­wohnt über die Frontalbeschallung links und rechts neben der Bühne verstärken. Leider stellt dies oft einen zu hohen technischen Aufwand dar. Generell sollte man beim Ausrichten der Saalboxen beachten, dass sie vor der Bühnen­kante platziert werden und der Hochmitteltöner über Kopfhöhe der ersten Reihe ange­hoben, um nicht abgeschattet zu werden.

Zusätzliche Lautsprecher im hinteren Bereich des Raumes können für mehr Transparenz sor­gen. Sie müssen aber zum Hauptsystem mittels Delay verzögert werden, damit die Wegstrecke, die der Schall zurücklegen muss, ausgeglichen wird (Delay-Line). Hier lässt sich grob mit 3 ms pro Meter arbeiten. Da man häufig in akustischen Umgebungen arbeiten muss, die eigentlich unge­eignet für Konzertveranstaltungen sind, muss man versuchen, so viel wie möglich Direktschall zum Zuhörer zu transportieren. Das gelingt nur durch gezieltes Arbeiten mit der Richtwirkung der Lautsprecher. Hier sollte ich anstreben, nicht direkt und aus kurzer Distanz die Seitenwände oder Decke zu beschallen. Diese frühen Reflexio­nen überlagern sich sonst mit dem Direktschall und bewirken u.a. Überhöhungen und Einbrüche im Frequenzgang.

Selbst die: linearste PA-Box klingt in einem Raum u. U. problematisch und matschig. Daher ist es notwendig, den Klang der PA meist mittels Grafik-Equalizer an die Akustik des Raumes an­zupassen.

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